My Remarks!

the Life, the Universe and almost Everything what's Left

Notizen aus der geistig-technologischen Provinz

Herzlich Willkommen an den erlesenen Kreis der Erstleser dieses neuen Magazins.

rpg-7-launcherEs ist soweit. Nach langer Pause meldet sich der Meister der UNIFUG(1)-Knigge wieder zurück. Ja, ihr könnt euch alle freuen denn es wird schrecklich werden! Den Sammelordner von Tante Ingrid könnt ihr getrost weiterverwenden. Allerdings könnte der Platz etwas knapp werden denn ich weiss nicht, ob 15 Ausgaben reichen um die tatsächlichen Begebenheiten hier wahrheitsgetreu wiederzugeben.
Ja, ihr habt richtig gehört. WAHRHEITSGETREU!!
Musste ich bei der legendären UNIFUG(1)-Knigge noch hier und da etwas übertreiben, kann ich dieses Mal getrost darauf verzichten. Aber keine Angst. Der Spass für den Leser ist 100%ig der gleiche oder sogar noch besser.

 

Ausgabe 1: Verrückt auch ohne BSE

Die folgenden Zeilen stehen (wortwörtlich) in dem zentralen Modul der in RPG entwickelten ERP Anwendung eines großen deutschen Unternehmens, nennen wir es einmal Maschinenfabrik Hans Bauer GmbH(1):

 

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* !!! A C H T U N G !!!
*
* Wer in diesem Programm was ändert ist verückt.
* Sollten dennoch Änderungen notwenig sein, ist ein intensiver
* Test notwendig
* Drei Mal wurden bei Überstellungen ohne Test von unterschiedlichen
* Personen die Produktion eines Tages vernichtet
* Dabei wurde jedesmal das Feld XENTSY nicht mehr richtig gefüllt.
* Bitte achtet darauf !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Keiner meiner Kollegen traut sich an diesem Progrämmchen (hat nur läppische 300 Zeilen) was zu ändern. Der Gund ist einfach: Wirklich keiner weiss was für Auswirkungen es haben wird. Man kann nur (R)aten (P)robieren und (G)lauben! Nicht einmal die jämmerlichen Schreibfehler in den Kommentaren werden korrigert. Der Grund hierfür ist, dass das Datum der letzten Änderung des Quellcodes neuer ist, als das übersetzte RPG Programm. Das bedeutet, dass es eine Änderung gab, die nicht produktiv genommen wurde. Und da in diesem Weltunternehmen noch nach Methoden aus dem Mittelalter gearbeitet wird, gibt es weder Kommentare noch ein Versionsarchiv. Deshalb würde der Programmierer Gefahr laufen, dass der Henker vor der Tür erscheint, sollte er den Mut haben, dieses Programm zu ändern.

Nun ist aber die berechtigte Frage: Was macht das Programm denn so kompliziertes? Es füllt eine Datenstruktur, die die Programme zur internen Kommunikation verwenden. Heutzutage würde man hierzu auch Parameter sagen, aber in dieser frühgeschichtlichen Epoche kannte man so etwas offensichtlich noch nicht. Hier bei uns im Zeitalter des Spät-Jura, verwendet man hierfür sog. Data-Area's. Diese "globale" Datenstruktur enthält ca. 150 Felder, die nach Gusto vergewaltigt werden. Da kann es durchaus vorkommen, dass im Feld "PRGNAME" (=Programm-Name) auch einmal die Umsatzsteuer-ID oder eine Kunden-Nummer drinsteht. Auch liegt es in der Natur der Sache dass es durchaus vorkommt, dass man vor dem Sprung in ein anderes Programm einen Wert belegt und wenn man dann im Zielprogramm den Wert auslesen möchte, etwas völlig anderes drin steht.

 

Das aber wirklich schlimmste ist, dass diese Technik (AS/400 und RPG), die aus den 80er Jahren stammt, erst heute (2012) vom Konzern als die zukünftige Plattform für die Abwicklung der spezifischen Geschäftsprozesse propagiert wird.  Dazu fällt mir nur ein "beati pauperes spiritu" ("Selig sind die geistig Armen"), mit dem kleinen Unterschied, dass denen nicht das Himmelreich offen steht sondern auf Kurz oder Lang der Ruin droht! Das einzige was hier hilft, ist der Upgrade auf RPG-7 um damit den Verantwortlichen dieses Schwachsinns den richtigen Weg zu weisen.

Viele Grüsse aus der Steinzeit!

 

Fortsetzung folgt ...

 

(1) Name von der Redaktion geändert